Was macht Ihr, wenn eure Partnerin down oder traurig ist? Ich nehme an, als guter Partner versucht ihr, sie zu trösten und eine Schulter anzubieten. Was ist aber, wenn eurer Trost nicht richtig hilft? Oder wenn Ihr aktuell nicht die Kraft habt, ihre Niedergeschlagenheit zu tragen? Lasst Ihr dann eure Partnerin mit Ihren Sorgen allein, um euch selbst stabil zu halten? Oder überschreitet Ihr eure eigenen Grenzen, um ihr zu helfen?
Ein Beispiel:
Die Partnerin ist niedergeschlagen, weil ein kleiner Traum von ihr nicht in Erfüllung geht. Irgendetwas, was sie sich anders vorgestellt oder erhofft hat. Sie sitzt da und weint. Und Ihr versucht, sie zu trösten, mit aufbauenden Worten. Zeitgleich merkt ihr aber, dass ihr selbst gar nicht mehr tragen könnt, als ihr ohnehin schon schleppt.
Ich persönlich kann mein Belastungsgrenzen erst wahrnehmen, wenn sie sich wie eine Alarmanlage so aufheulend melden, dass ich nicht anders kann als sie zu beachten. Bis zu diesem Punkt – so meine ich – habe ich keine Grenze und kann immer tragen und unterstützen. Für mich ist die Trauer meiner Parnerin sehr schwer auszuhalten. Ich gehe so weit, dass ich mich für Ihre Situation verantwortlich fühle, weil ich sie vor der Trauer nicht bewahren kann.
Andere Männer machen es sich sicherlich leichter oder haben sie es leichter, einfach weil sie sich für die Trauer ihrer Partnerin nicht verantwortlich machen. Manche Männer begnügen sich mit einem „wird schon wieder besser werden„, und schützen sich so selbst vor negativen oder belastenden Empfindungen. Wiederum andere, ich würde sie als „Elite“ bezeichnen, sind ein aufrichtiger Zuhörer und Tröster, aber sie lassen die fremden Emotionen nicht so stark an sich heran, wie ich das tue. Sie beschützen nicht nur die Partnerin, sie schützen sich dabei auch selbst.
Für mich ist diese „Elite“ beeindruckend aufgrund ihrer emotionalen Intelligenz. Ihr Verhalten ist das, was ich als selbst als modernen, souveränen Mann bezeichnen würde. Das patriarchaische Verhalten der eigenen Väter haben sie erkannt und bei sich selbst ersetzt durch eine sehr aufgeklärte Form des Zusammenseins. Nähe und Stärke für den Partner, aber auch Selbstachtung und Selbstanerkennung. Das klingt für mich unfassar gesund. Dieser Männer müssen nicht „alles“ tragen, um sich männlich zu fühlen. Sie akzeptieren ihre Grenzen und ihre Grenzen können sie mit ihrem Männerbild in Einklang bringen. Mehr noch: Ihre Grenzen sind Teil ihres Männerbildes.
„Hey mein Schatz, ich höre dir zu und sehe dich. Es tut mir leid, dass du so niedergeschlagen bist. Ich wünschte, ich könnte dir deine Hoffnung erfüllen, aber auch ich kann es nicht. Ich bin da machtlos und leider fühle auch ich mich niedergeschlagen und ich muss auf meine Grenzen aufpassen. Aber ich bin bei dir„.
Was erzeugt solch ein Verhalten des Mannes für ein Bild bei euch? Ist er schwach, weil er sich so bedeutungslos ergibt und nicht alle Hebel in Bewegung setzt, die Situation zu retten? Ist er stark, weil er einen Zugang zu sich selbst hat, und er seine Grenzen achtet?
Ich wette, dass nahezu kein Mann so eine Antwort geben würde. Die meisten würden lieber schweigen oder fliehen, anstelle sich selbst schwach zu zeigen. Die anderen würden in Aktionismus verfallen.
Ich wette zudem, dass solch eine Antwort des Mannes der Partnerin mehr hilft und ihr Unterstützung gibt, als alle sonstigen Bemühungen. Die Antwort lässt Nähe zu, sie unterbindet sie nicht. Der Mann bleibt im Schmerz der Frau, er flüchtet nicht vor seinen eigenen Ängsten, zu versagen. Und dadurch hilft er ihr, indem sie in der Situation nicht allein bleibt. Zudem ist es für die Frau überhaupt kein Problem, die Grenzen ihres Mannes zu akzeptieren (entgegen der Auffassung vieler Männer).
Das Ergebnis ist, dass die Frau wirkliche Unterstützung in Form von Nähe bekommt, während der Mann sich nicht aufopfert oder flieht. Beide gehen gestärkt aus der Situation.
What do you do when your partner is feeling down or sad? I suppose, as a good partner, you try to comfort her and offer a shoulder to cry on. But what if your comfort doesn’t really help? Or what if you don’t currently have the strength to bear the weight of her low spirits? Do you then leave your partner alone with her worries, just to keep yourself stable? Or do you push beyond your own limits to help her?
An example:
Your partner is feeling down because a little dream of hers isn’t coming true. Something she’d imagined or hoped for differently. She’s sitting there crying. And you try to comfort her with encouraging words. At the same time, though, you realise that you yourself can’t bear any more than you’re already carrying.
Personally, I can only recognise my limits when they sound the alarm so loudly that I have no choice but to take notice. Up to that point – I believe – I have no limits and can always carry the burden and offer support. For me, my partner’s grief is very hard to bear. I go so far as to feel responsible for her situation, because I cannot protect her from her grief.
Other men certainly make things easier for themselves – or perhaps have it easier – simply because they do not take responsibility for their partner’s grief. Some men are content with a simple “things will get better”, thereby shielding themselves from negative or distressing feelings. Others, whom I would describe as the “elite”, are sincere listeners and comforters, but they do not let other people’s emotions affect them as deeply as I do. They not only protect their partner, but also protect themselves in the process.
To me, this ‘elite’ is impressive because of their emotional intelligence. Their behaviour is what I myself would describe as that of a modern, self-assured man. They have recognised the patriarchal behaviour of their own fathers and replaced it in themselves with a very enlightened way of being together. Closeness and strength for their partner, but also self-respect and self-acceptance. To me, that sounds incredibly healthy. These men don’t have to ‘carry everything’ to feel masculine. They accept their limits and are able to reconcile those limits with their image of masculinity. What’s more: their limits are part of their image of masculinity.
‘Hey, my love, I’m listening to you and I see you. I’m sorry you’re feeling so down. I wish I could make your hopes come true, but even I can’t. There’s nothing I can do about it, and unfortunately I’m feeling down too, so I have to be mindful of my own limits. But I’m here for you.’
What kind of impression does this sort of behaviour from the man create for you? Is he weak because he gives in so meekly and doesn’t pull out all the stops to save the situation? Is he strong because he’s in touch with himself and respects his own limits?
I bet that hardly any man would give an answer like that. Most would rather stay silent or run away than show themselves to be weak. The others would resort to frantic action.
I’d also bet that such a response from the man helps his partner more and offers her greater support than any other efforts. The response allows for closeness; it doesn’t prevent it. The man remains present in his partner’s pain; he doesn’t run away from his own fears of failure. And in doing so, he helps her by ensuring she isn’t left alone in the situation. Moreover, it is no problem at all for the woman to accept her husband’s boundaries (contrary to what many men believe).
The result is that the woman receives genuine support in the form of closeness, whilst the man neither sacrifices himself nor runs away. Both emerge from the situation feeling stronger.
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