Lebe lieber unbeschwert

It’s better to live carefree

25.03.2026

Wir alle suchen nach der erfüllten Beziehung und Partnerschaft. Wir alle träumen von einem Zustand der Ausgewogenheit und des Gesehenwerdens. Und irgendwann bricht der Alltag herein mit all seinen Konflikten, Missverständnissen, unverarbeiteten Vorbelastungen, Automatismen und Rollenverteilungen. Dynamiken in Beziehungen entstehen nicht an einem einzelnen Tag, sondern sie sind die Summe jeder einzelnen Entscheidung, die wir in unseren Beziehungen treffen.

Und wenn die Entscheidungen immer davon geprägt sind, Konflikte zu vermeiden, um die Harmonie zu wahren, dann entfernen wir uns von uns selbst und auch von unserer Beziehung. Denn ohne uns selbst nah zu sein können wir keine erfüllte Beziehung führen. Wir suchen dann vielmehr Halt beim Partner, suchen die verlorene Freiheit, bedauern manche Entscheidungen, und geben schlussendlich unserem Partner die Schuld für unser eigenes Versagen.

In diesem täglichen Wirrwarr, der sich im Laufe der Beziehungsdynamik einstellt, extrahieren wir all diese Probleme in den Partner und wir übersehen, dass es unsere eigenen Entscheidungen waren, die uns in den Zustand der Leere und des Alleinseins geführt haben.

Früher bedeutete Freiheit für mich, möglichst ungebunden und frei von Verpflichtungen zu sein. Es fühlte sich wie ein Kampf gegen Windmühlen an. Denn irgendwelche Fortschritte konnte ich nicht wirklich verzeichnen, wenn am Ende immer der Abbruch und das Beenden und ein „Zurück auf Anfang“ stand.

Mittlerweile habe ich begriffen, dass Freiheit in dem Moment zwischen Impuls und Reaktion stattfindet bzw. zu finden ist. Ich habe das allermeiste im Leben nicht unter Kontrolle. Wenn Dinge auf mich einwirken (Impuls), dann gibt es eine Freiheit für mich, wie ich darauf reagieren möchte (Reaktion). Wie reagiere ich auf Anforderungen, Wünsche, Erwartungen? Ich kann versuchen, mein Umfeld größtmöglich glücklich zu machen, oder eben mich selbst. Solche Entscheidungen treffen wir unzählige Male am Tag. Und in diesen Entscheidungen liegt unsere Freiheit, die wir gerne ebenfalls extrahieren und im Außen suchen.

Ich fühle mich unbeschwerter zu wissen, dass mir diese Freiheit niemand nehmen kann, außer ich selbst. Und es tut gut zu sehen, dass nicht immer alles Aufgebaute wieder eingerissen werden muss, um Freiheit zu fühlen. Was lange Zeit für mich nicht kombinierbar war, scheint nun möglich zu sein: Freiheit und Bindung, Freiheit und Verpflichtung, Freiheit und Konstanz.

An meinem Grabstein soll nicht stehen, dass hier ein Mensch ruht, der immer vor der Verpflichtung und Verantwortung weggelaufen ist, um Freiheit zu bewahren. Dort soll stehen, dass dieser Mensch es gelernt hat (wenn auch spät), sich etwas aufzubauen, Beziehungen zu führen und darin Verantwortung zu übernehmen, und sich bei alldem frei fühlte.

We are all searching for fulfilling relationships and partnerships. We all dream of a state of balance and of feeling truly seen. And then, at some point, everyday life sets in with all its conflicts, misunderstandings, unresolved baggage, automatic behaviours and assigned roles. Dynamics in relationships do not arise in a single day, but are the sum of every single decision we make in our relationships.

And if our decisions are always driven by a desire to avoid conflict in order to preserve harmony, then we distance ourselves from our true selves and also from our relationship. For without being close to ourselves, we cannot have a fulfilling relationship. Instead, we seek support from our partner, search for our lost freedom, regret certain decisions, and ultimately blame our partner for our own failures.

In this daily turmoil that arises as relationship dynamics unfold, we project all these problems onto our partner and overlook the fact that it was our own decisions that led us into this state of emptiness and loneliness.

In the past, freedom meant to me being as unencumbered and free of obligations as possible. It felt like tilting at windmills. Because I couldn’t really make any progress if it always ended in giving up, stopping, and having to ‘start all over again’.

I have now realised that freedom takes place – or is to be found – in the moment between impulse and reaction. I have no control over the vast majority of things in life. When things affect me (impulse), I have the freedom to choose how I wish to react (reaction). How do I react to demands, wishes and expectations? I can try to make those around me as happy as possible, or simply make myself happy. We make decisions like this countless times a day. And it is in these decisions that our freedom lies – the freedom we are also keen to extract and seek in the outside world.

I feel more at ease knowing that no one can take this freedom away from me except myself. And it’s good to see that not everything we’ve built up has to be torn down again in order to feel free. What for a long time seemed impossible for me to reconcile now appears to be possible: freedom and commitment, freedom and obligation, freedom and constancy.

My gravestone should not say that here lies a person who always ran away from duty and responsibility in order to preserve their freedom. It should say that this person learnt (albeit late in life) to build a life for themselves, to maintain relationships and to take responsibility within them, and that they felt free throughout it all.

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