Idealisierung braucht Resonanz

Idealisation needs resonance

19.03.2026

Als Kind habe hatte ich häufig Tagträume, in denen ich mir vorstellte, ich wäre besonders. Wenn ich z.B. für mich allein Körbe warf (Basketball), dann stellte ich mir dabei vor, ich wäre erwachsen und würde in einem Spiel gegen Fremde als „Underdog“ starten und dann wie durch eine Initialzünding alle Spieler und Zuschauer begeistern von meinen Fähigkeiten. Jeder Dreier ein Treffer, spektakuläre Dribblings, tobende und applaudierende Menschen, Anerkennung.

Heute mache ich das immer noch. Ich träume von großem Erfolg und von Anerkennung. Aber ich idealisiere auch andere Personen, meine Partnerin zum Beispiel. Ich habe sie lange Zeit auf einen Tron gestellt, weil sie so klug und für mich beeindruckend ist. Es gab Zeiten, da hätte ich alles für sie gemacht. An meinen Gefühlen zu ihr hat sich seitdem nichts verändert, aber ich musste irgendwann diesen Tron, den ich selbst erstellt hatte, niederreißen.

Diese Vorgänge von Idealisierung und Entwertung passieren losgelöst von unserem inneren Kern. Es besteht keine wirklich Resonanz zu uns selbst. Wenn ich davon träume, mit einer noch unentdeckten Begabung viele Leute zu begeistern, dann schaue ich innerlich eigentlich über eine Leere bzw. einen blinden Fleck hinweg, dem ich mich eigentlich mit aller Aufmerksamkeit widmen sollte. Der blinde Fleck ist so ewtas wie ein im Stich gelassenes Stück selbst von mir. Es ist das „innere Kind“, dass sich nicht gewertschätz und gesehen fühlt, und es träumt deswegen vor sich hin, um den erlittenen Schmerz nicht mehr zu spüren. Die erträumte Anerkennung von Außen soll diesen Schmerz ausgleichen, ohne dazu in richtiger Resonanz zu stehen.

Resonanz bedeutet in dem Fall, dass ich diese unangenehmen, kindlichen und verdrängten Gefühle von damals zulasse und lerne, mit ihnen umzugehen. Ich muss ihnen Raum geben, ohne darunter zu leiden. So können sie ein Teil meiner Gesamtheit werden. Wenn das gelingt, dann braucht das „innere Kind“ nicht träumen und brauche ich keine Idealisierung (und Abwertung) mehr.

Heute stelle ich mir oft vor, ich stünde als Vater neben meinem jungen Ich, das Körbe wirft und von Anerkennung träumt. Und der kleine Junge träumt nicht mehr, sondern er will nur noch die Anerkennung von seinem Vater. Nicht für die tollen Würfe, sondern einfach so, weil er so ist, wie er ist. In solchen Momenten spüre ich Resonanz und der kleine Junge für diesen Moment alles, was er braucht.

Wie geht Ihr mit Idealisierung um?

As a child, I often daydreamed that I was special. For example, when I was practising shooting hoops on my own (basketball), I’d imagine I was an adult, starting as the ‘underdog’ in a match against strangers, and then, as if by magic, wowing all the players and spectators with my skills. Every three-pointer a success, spectacular dribbling, people cheering and applauding, recognition.

I still do that today. I dream of great success and recognition. But I also idealise other people, my partner for example. For a long time, I put her on a pedestal because she is so clever and impressive to me. There were times when I would have done anything for her. My feelings for her haven’t changed since then, but at some point I had to tear down that pedestal I had built myself.

These processes of idealisation and devaluation occur in isolation from our inner core. There is no real connection to our true selves. When I dream of inspiring many people with a talent I have yet to discover, I am actually looking past an inner void – or a blind spot – to which I should really be devoting my full attention. This blind spot is something like a part of myself that has been abandoned. It is the ‘inner child’ that does not feel valued or seen, and so it drifts off into daydreams to avoid feeling the pain it has suffered. The imagined external recognition is meant to compensate for this pain, without truly resonating with it.

In this case, resonance means that I allow these unpleasant, childlike and repressed feelings from back then to surface and learn to deal with them. I must give them space without suffering as a result. In this way, they can become part of my wholeness. If this succeeds, then the ‘inner child’ no longer needs to dream, and I no longer need idealisation (or devaluation).

Today, I often imagine myself standing as a father beside my younger self, who is shooting hoops and dreaming of recognition. And the little boy is no longer dreaming; he simply wants his father’s recognition. Not for the great shots, but simply because he is who he is. In moments like these, I feel a resonance, and the little boy has everything he needs for that moment.

How do you deal with idealisation?

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