Meine erste (ganz) persönliche Blogging-Reise beginnt hier. Sie soll mir als Spiegel und Kanal dienen bei meinem dringlichen Wunsch, mich seelisch-geistig-moralisch dorthin zu entwickeln, wo ich (deutlich mehr) im Einklang mit mir und meiner Umwelt stehe.
Ich bin ein typischer Nice Guy. Treffsicher habe ich mir einen Weg für meine Selbstentwicklung gewählt, der voll im Zeitgeist liegt: Stoizismus ist in aller Munde, en vogue, hip, die Lösung aller Probleme in der heutigen, überladenen, stressigen, lauten Zeit. Was im Zeigeist liegt, kann nicht falsch sein und erzeugt allgemeine Anerkennung. Vortreffliche Voraussetzungen also dafür, dass ich mich auf vermeintlich sicherem Terrain bewege.
Ein wichtiges Anliegen möchte ich gerne vorweggreifen: so ehrenwert mein Outing als Nice Guy und die Verbindung mit einem philosophischen Anker (Stoa) auch sein mag, soll meine Auseinandersetzung mit mir selbst als Versuch einer kritischen, reflektierten, langen Reise und Ansatz meiner erhofften Selbstenwicklung verstanden werden, die weder Gewähr für Erfolg oder Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte leistet, noch zu gefallen versucht. Ich versuche Ehrlichkeit und Resonanz in mir zu finden, nachdem ich im Begriff bin, zu resignieren – an der heutigen Zeit, an der Schnelligkeit des Lebens an sich, an dem Chaos meines eigenen Lebens, an meinen Ängsten, meiner oftmals verspürten Leere und meinen Rollen – und Rollenbildern.
Auf der Suche nach Antworten mittels Stoizismus begehe ich bereits den ersten schweren Fehler, den ich für den Zweck meines Blogs in Kauf nehmen muss. Wenn es mir allein um meine persönliche Entwicklung ginge, so sollte ich denken und schweigen. Ich sollte mich in meiner eigenen Welt üben, und nicht allzuviel darüber sprechen (bzw. schreiben). Insgesamt ist der Stoiker ein eher schweigsamer, mit sich befasster Mensch. Da ich aber die Erfahrung von geteilter Selbstreflexion machen möchte, bleibt dieser Blog – als Mittelsweg – eine „Einbahnstraße“ von mir nach außen.
Hinterlasse einen Kommentar